Roomers Bar Frankfurt

Das Roomers Frankfurt – Süffige Blackouts, strömenden Beats und goldene Zeiten

Alcohol may be man’s worst enemy, but the bible says love your enemy. – Schon Ausnahmemusiker und Bonvivant Frank Sinatra wusste, dass Widerstand manchmal zwecklos und die Liebe sowie ein guter Drink außerordentlich feine Sachen sind. Um dieser so paradoxen wie liquiden Leidenschaft jedoch genussvoll und ausgiebig frönen zu können, bedarf es bestenfalls der richtigen Umgebung, einer passenden Flüssigkeit im Glase und so beschwingten wie Takt-losen Good Vibes. Es kommt also nicht von ungefähr, dass dieser wahrlich fromme Ausspruch Frank’s auch auf der Karte der Roomers Bar in Frankfurt zu finden ist. Denn hier, in einem schwarz-goldenen Tresenreich, welches jenseits von Gut und Böse in seiner ganz eigenen Sphäre zu schweben scheint, verschmelzen Musik, Drinks, Dunkelheit und Lichterglanz zu einem einzigartigen Mixtape, welches den Besucher in seinen Bann zieht und ihn wieder und wieder auf den Rewind Button drücken lässt.

Roomers Bar FrankfurtObwohl die Roomers Bar zum gleichnamigen Designhotel im Frankfurter Bahnhofsviertel gehört, wirkt sie aufgrund ihrer räumlichen Separation und ihres Design-Konzepts eigenständig und losgelöst – vom alltäglichen Treiben im Hotel, aber auch von Raum und Zeit. Schon beim Betreten wird der Besucher durch das so stylische wie elegante Interieur in ein Reich aus bodenlosem Schwarz und glänzendem Gold entführt, welches durch die frei im Raum stehende Bar dominiert wird. Dabei erhält dieser bühnenartige Tresen, welcher die Gäste sowie die Drinks zum Glänzen bringt, eine abtauchende Ergänzung durch kleine Sitzecken, in welche man sich zurückziehen kann, um so, ganz inkognito, dem Treiben zuschauen zu können. Nicht nur die schimmernde Farbgebung, sondern auch Details wie der an einen James Bond-Film erinnernde „Himmel“ aus goldenen Plexiglasstäben oder illustre, schwarze Lüster erzeugen eine so futuristische wie klassische Atmosphäre, die den Besucher in eine sorglose und alltagsvergessene Zeitlosigkeit entrückt.

Roomers Bar FrankfurtZu dem goldenen Glanz und der bodenlosen Schwärze passt auch die musikalische Untermalung, welche einem schon vor den Türen in Ohren und Füße dringt. HipHop und Black – Songs wie Hypnotize, Blackout oder Sweetest Taboo. Songs, die von großen Emotionen erzählen und von lässigen Bässen untermalt sind. Songs, die man hier, im Roomers nicht nur hören, sondern auch schmecken kann und so die Musik quasi mit allen Sinnen in sich aufnimmt. Hinter dem schwarz-goldenen Gesamtkunstwerk der Bar steckt nämlich die planvolle Idee, die drei Elemente – Design, Musik und Handwerkskunst – zu einem in sich stimmigen Erlebnis zu vereinen, welches runter geht wie goldglänzendes Öl – oder ein besonders ausgewogener Cocktail. „Verstehe die Bar und arbeite die Karte heraus“ ist hier das klare, aber gerade deshalb facettenreiche Motto und so ist das Barmenu nicht nur die übliche Ansammlung liquider Leckerbissen, sondern, im wahrsten Sinne des Wortes, ein durchkomponiertes Mixtape, welches Musik ins Glas sowie Beat in den Bauch bringt, sodass der durstige Besucher, nicht nur aufgrund der verwendeten Spirituosen, zu so mancher seelenbeschwingten Umdrehung verführt wird.

Roomers Bar FrankfurtSchon alleine die äußere Form der gold-schwarzen Karte vermittelt durch ein Schalplatten-Loch in der Mitte, die berühmten Good Vibes und auch die gefeaturten Cocktails sind wie ein Musik-Album aufgebaut. So kann man sich beispielsweise an einem Intro Cocktail wie dem Roomers Martini – einer Dekonstruktion des Klassikers mit Gin, weißem Portwein, Honig und Olive – auf den Abend einstimmen, um sich dann seine eigene Playlist aus den folgenden Tracks zusammenzustellen. Vielleicht bestellt man sich zunächst einen eleganten Diamonds are forever, welcher den Genießer, genau wie die Stimme Shirley Bassey’s, zugleich samtig und kraftvoll umschmeichelt. Dabei ist die Komposition aus Sake, Gin, Lemon, Blossom Pollen, Pandan, Rose, Jasmin und Fenchel so harmonisch wie virtuos und erinnert, nicht zuletzt aufgrund der Zucker-Diamanten als Dekoration, an einen geheimnisvoll glitzernden Edelstein. Tatsächlich könnte dieser Drink nicht nur den ein oder anderen todeslizensierten Geheimagenten verführen, sondern man möchte beinahe nicht nur Shirley, sondern auch Marilyn im Geiste zu prosten, um diesen diamantenschweren Drink zu einem Girl’ s best Friend zu küren.

Roomers Bar FrankfurtWer nach dieser Ladys-Runde hingegen Lust auf mehr Beat beziehungsweise Bumms hat, bestellt sich am besten einen Black Out und lässt sich ganz im Stil von Method Man & Redman einen ordentliche Push verpassen. Denn Rum, Vermouth, Peychaud, Plum, Cascara, Sea Salt und Anis bringen eine herbe Würzigkeit ins Spiel sowie die Kehle, welche durch die ungewöhnliche Präsentation dieses glasvollen HipHop-Bangers noch zusätzlich untermalt und verstärkt wird. So verfärbt sich der in einer gläsernen Karaffe gereichte, dunkelrote Drink beim Eingießen in die bereit gestellte Cocktailschale in tiefes Schwarz – ein überraschender Effekt, der das Song-Thema nicht nur schmeck-, sondern auch sichtbar macht.

Roomers Bar FrankfurtÜberhaupt wird neben der Musik-Idee bei den Tracks, beziehungsweise Drinks, auch das schwarz-goldene Designkonzept so konsequent wie kreativ umgesetzt. Jeder Cocktail ist entweder von sich aus schwarz, beziehungsweise golden oder wird in einem ebenso gefärbten Trinkgefäß serviert. Durch diese Vereinheitlichung und Nicht-Sichtbarmachung von Farbe, bleibt der Gast – ähnlich wie bei einer Blindverkostung – völlig unbeeinflusst von jeglicher, bekannter sowie erwarteter Färbung des Cocktails und kann sich völlig auf den Geschmack und das Aroma der Flüssigkeit einlassen. Neben diesem Spiel mit farblichen Assoziationen erzielt die ungewöhnliche Präsentation natürlich auch gewisse Wow-Effekte, sodass man beinahe verführt wird, nach und nach das gesamte Roomers Mixtape anzuschauen, anzuhören und auszutrinken.

Roomers Bar FrankfurtObgleich die Cocktails – von der A bis zur B Seite sowie vom Intro bis zum Bonus Track – durch ihre Virtuosität und ihr musikalisches Storytelling ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist das Roomers keinesfalls eine Bar, in welcher das Flüssige sowie dessen Präsentation vollkommen im Mittelpunkt stehen. Denn, nicht nur die Drinks und der zu späterer Stunde auflegende DJ kreieren die Stimmung der Bar, sondern insbesondere das Team trägt dazu bei, dass man sich hier, im Roomers, wohl und angenehm fern vom Alltag fühlt. Auch, wenn an einem vollen Abend die Cocktails im Staccato über den Tresen wandern und die flinken Finger der Barfrauen und -männer virtuos und den Händen eines Jazz-Pianist gleich, aus der Klaviatur der Flaschen die Richtigen auswählen, so leidet darunter weder der Service noch die Geselligkeit. Die so sympathische wie ambitionierte Roomers-Crew vermag es, die Balance aus Professionalität und Persönlichkeit, lockerem Umgangston und zuvorkommenden Gastgeberqualitäten zu halten, sodass man sich gut aufgehoben fühlt und den Rausch der Nacht sowie die im Raum wabernden Beats ganz entspannt dahin strömen und auf sich wirken lassen kann. Natürlich ist nicht nur der Service der Roomers-Crew so cool und lässig, wie HipHop eben ist, sondern auch das Optische – schwarze, elegante Tuxedos und Hemden – passt sich perfekt in das gesamte Bar-Design ein und greift die Idee der Zeitlosigkeit und Alltagsentrücktheit in Persona auf.

Roomers Bar FrankfurtWer bei seinem Mixtape – egal ob getrunken oder getanzt – eine, den Geist und Körper kräftigende Zugabe braucht, der muss in der Bar keinesfalls darben. Auf der Karte stehen Barfood-Klassiker und echtes Soulfood wie ein Club Sandwich, ein Black Angus Burger sowie Fries mit – nicht Truffle Butter – Truffle Mayonnaise. Jedem, der ungern vom Fleisch fällt sei ganz besonders das Tatar im Spicy El Yucateco Style empfohlen, welches, durch seine besondere Würzung, den Abend sowie den eigenen Körper angenehm aufheizt und man sich schon fast wundern könnte, warum dieses Tatar nicht à la Nelly Hot in here heißt.

Roomers Bar FrankfurtUnd so fließt in der Roomers Bar ein Abend, den Wellen der Musik gleichend, in seinem eigenen Beat und Rhythmus dahin, sodass man sich gar nicht satt hören, trinken und sehen kann und die Stunden zu Momenten werden. Momente, die man nicht vergessen wird und die einen, wie ein immer wieder gehörter Lieblingssong, lächeln lassen. Momente, die einen über kurz oder lang dazu verführen werden auf den Rewind Button zu drücken und zurückzukehren – hierher, in die Roomers Bar und ihr ganz eigenes, schwarz-goldenes Tresenreich.

Love your enemies? Ach Frank, du wusstest eben, dass eine derartige Liebesbeziehung so träumerisch schön und zugleich gefährlich verführerisch sein kann.

No click. No cheers.: roomers-frankfurt.com/bar/

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